Fit und konzentriert, nicht nur auf Geschäftsreisen

 

Um auf Geschäftsreisen fit und konzentriert zu sein, ist gesunder Schlaf im Hotelzimmer essentiell. Oft verhindert die neue Umgebung aber die erholsame Nachtruhe. Hier erfahren Sie, dass

 

  • der First-Night-Effect ein Schutzmechanismus ist, der uns in einer neuen Umgebung wachsam bleiben lässt.
  • man über den Geruchssinn ein vertrautes Umfeld schaffen kann.
  • die LED-Displays von Smartphone, Tablet und Co. uns am Einschlafen hindern.
  • man mit leichter Kost zum Abendessen besser einschlafen kann.
  • zu viel Alkohol negative Auswirkungen auf den Schlaf hat.

 

 

Reisen beeinflussen unseren Schlaf

 

Reisen fordern Körper und Seele eine Menge ab, Geschäftsreisen insbesondere. Schon die Anreise per Auto, Zug oder Flugzeug verläuft oft stressig und dann jagt ein Meeting das Nächste. Konzentration und Einsatzbereitschaft werden auf Geschäftsreisen rund um die Uhr gefordert, daher ist gesunder Schlaf essentiell für unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Gerade auf mehrtätigen Businessreisen kann die neue Umgebung des Hotelzimmers aber dafür sorgen, dass man nachts keine Ruhe findet.

 

 

Schuld daran trägt der sog. First-Night-Effect, ein Begriff aus der Schlafforschung.

 

Dieser umschreibt einen menschlichen urinstinktiven Schutzmechanismus gegen Gefahren in einer fremden Umgebung. Eine Hirnhälfte bleibt während des Schlafens stets etwas wacher als die Andere. Genauer gesagt ist die Gehirnwellenfrequenz in einer Hälfte höher als in der Anderen. Dadurch schläft man schwerer ein, der Schlaf ist weniger tief und man schreckt in der Nacht schneller wieder hoch. Weitaus ausgeprägter ist das Phänomen in der Tierwelt. Delfine etwa können bis zu fünf Tage am Stück im sogenannten Halbseitenschlaf verbringen.

 

Tipps für gesunden Schlaf auf Reisen von Schlafexpertin Christine Lenz

 

Wie man trotz der ungewohnten Umgebung des Hotelzimmers gut schlafen kann, verrät die erfahrene Schlafexpertin Christine Lenz. Seit 20 Jahren berät sie nicht nur Menschen mit Schlafproblemen, sondern unterstützt im Rahmen von Firmencoachings Unternehmen auf dem Weg hin zu ausgeschlafenen und motivierten Mitarbeitern.

 

Vertrautes Schlafumfeld im Hotelzimmer schaffen

 

Um gut im Hotel schlafen zu können, ist es laut Frau Lenz essentiell, eine „bekannte, vertraute und entspannte Umgebung“ zu schaffen. In diesem Zusammenhang werde oft nicht beachtet, dass das eigene Umfeld zu einem großen Teil über den Geruchssinn wahrgenommen wird. Unsere Sensoren für den Geruchsinn werden oft unterschätzt. Dabei hat der Duft einen maßgeblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Die Expertin nennt folgende Tipps, um durch Duft ein vertrautes und entspanntes Umfeld zu schaffen:

 

  • Haben Sie stets einen Gegenstand von zuhause dabei, der den Geruch der vertrauten eigenen vier Wände mitbringt. Ideal ist ein kleines Kopfkissen, da dieses beim Schlafen nah am Geruchsorgan liegt. Passt ein Kopfkissen nicht ins Gepäck, eignet sich alternativ ein Schlafanzug oder eine dünne, leicht verstaubare Decke.
  • Verwenden Sie spezielle, in Apotheken erhältliche, Schlafdüfte Achten Sie auf rein pflanzliche Inhaltsstoffe, wie Lavendel und Sandelholz. Der Duft wird direkt auf die Haut aufgetragen und inhaliert.

 

Vielreisende sollten sich angewöhnen, stets die gleiche Hotelkette zu buchen. Die Zimmereinrichtung wirkt im Laufe der Zeit vertraut. Regelmäßig zahlende Stammkunden haben es dazu bekanntlich leichter, ihr Wunschzimmer zu erhalten.

 

Eine entspannte Atmosphäre können auch das Lieblingshörspiel oder klassische Naturgeräusche, wie Regen oder Wellenrauschen, schaffen. Gegen lärmende Zimmernachbarn lohnt es sich, stets ein Paar Ohrstöpsel im Gepäck zu haben.

 

Störquelle Licht eliminieren

 

Im Hotelzimmer befinden sich zahlreiche Lichtquellen, die den Schlaf stören können bzw. dafür sorgen, dass man gar nicht erst einschläft. So haben die LED-Displays von Laptop und Smartphone einen hohen Anteil an blauem Licht. Unser Gehirn interpretiert dies als Tageslicht und verhindert die Ausschüttung des Hormons Melatonin – dem Hormon, das uns schläfrig macht. Für Viele ist die Nutzung von Smartphone, Laptop und Co. aber ein festes Ritual vor dem Zubettgehen. Abhilfe schaffen hier spezielle Apps, die das Display in den Abendstunden Gelb oder Orange einfärben und so den Blauanteil herausfiltern. Gegen die zahlreichen anderen Lichtpunkte im Hotelzimmer, wie die Anzeige des digitalen Weckers oder das Standby-Licht des TV-Geräts, hilft letztendlich nur eine Schlafmaske (oder Abkleben).

 

Abendessen und -Trinken

 

Schlafprobleme lassen sich auch bei der Wahl der Speisen beim Geschäftsessen vorbeugen. Christine Lenz empfiehlt auf schwer Verdauliches zu verzichten. Dazu zählen zum Beispiel: 

 

  • fettige Käsesorten.
  • deftige Fleischgerichte.
  • ballaststoffreiches Essen, wie Salat und Kohl.

 

Diese Gerichte machen dem Magen zu schaffen. Eher geeignet sind gekochtes Gemüse, Fischgerichte und warme Suppen. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, wählt idealerweise ein leichtes Steak.

 

Einen Einfluss auf den Schlaf hat dazu auch Alkohol. So wird etwa dem in Bier enthaltenen Hopfen durchaus eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Wer getrunken hat, schlummert schnell ein und schläft ein paar Stunden durch. In der zweiten Hälfte der Nacht hat die Leber den Alkohol aber soweit abgebaut, dass er wieder stimulierend wirkt – mit dem Effekt, dass man dann oft wieder aufwacht. Zu viel Alkohol entzieht dem Körper zudem Wasser und sorgt gleichzeitig für Harndrang. Beides beeinträchtigt das Durchschlafen in der Nacht.

 

Im Übrigen beeinträchtigen auch Zigaretten den Prozess des Einschlafens negativ, da Nikotin anregend auf den Kreislauf wirkt.

 

Abendlicher Sport kann das Einschlafen erschweren

 

Bewegung auf Geschäftsreisen hält bekanntlich fit und gesund. Viele Businesshotels haben hauseigene Fitness-Studios, die man bis spät abends nutzen kann. Durch ausgiebiges Fitness-Training werden jedoch Hormone ausgeschüttet, die uns wach halten. Um den Körper wieder zur Ruhe zu bringen, liegen im Idealfall zwei Stunden Pause zwischen dem Sport und der Nachtruhe. Eher „unaufgeregte“ Aktivitäten, wie ein abendlicher Spaziergang oder gemütliches Fahrradfahren sind hingegen bedenkenlos. Letztendlich reagiert aber jeder Mensch anders. Wer nach exzessiver körperlicher Betätigung wie ein Stein ins Bett fällt, sollte seine Gewohnheiten nicht ändern.

 

Wenn gar nichts hilft

 

Wer mitten in der Nacht aufwacht oder partout nicht einschlafen kann, sollte nicht in Panik oder Ärger über die drohende fehlende Fitness am nächsten Tag verfallen. Es hilft, aufzustehen und sich so lange zu beschäftigen, bis die Müdigkeit einsetzt. Gehen Sie auf den Balkon oder unternehmen Sie einen Spaziergang um die Hotelanlage. Darüber hinaus ist Langeweile eine optimale Voraussetzung für den Einschlafprozess. Ein nach wie vor bewährtes Mittel ist es, Schäfchen zu zählen.

 

Der Text und die Bilder wurden freundlicherweise von der HOTEL DE GmbH zur Verfügung gestellt.